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Grundinformationen zu ADHS

ADHS = Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts (Hypoaktivitäts) - Syndrom

ADHS - Folgen und Probleme

Die Hauptsymptomatik, Hyper-(Hypo-)aktivität, Aufmerksamkeitsstörung (Konzentrationsschwierigkeiten), Impulsivität führt zu Problemen in allen Lebensbereichen. Besonders betroffen sind davon das soziale Umfeld sowie die schulischen bzw. beruflichen Erfolgschancen. Insgesamt gibt es jedoch massive Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen und Lebensabschnitten.


Probleme im sozialen Umfeld:

Freundschaften beispielsweise halten selten länger, da Meinungsunterschiede in geringem Umfang bereits einen sehr großen und intensiven Konflikt auslösen können. Ein weiterer Grund für kurze Freundschaften ist die Problematik der Pünktlichkeit. Durch die ständige Unruhe und Konzentrationsprobleme werden Termine vergessen. Streit ist somit schon vorprogrammiert.

Bei Festen oder Zusammenkünften von Familien bekommen die Eltern von ADHS-Kindern nicht selten zu hören: „Ihr dürft gern kommen, aber lasst eure Kinder bitte zu Hause.“ Dies hört sich noch höflich an, unhöfliche Aufforderungen in dieser Richtung sind häufiger anzutreffen. Der soziale Ausschluss des Kindes, bzw. der Familie hat weitere Folgen welche z.B. Vereinsamung und Depressionen sein können.


Probleme im schulischen bzw. beruflichen Umfeld

Durch die Symptomatik ist der schulische Werdegang negativ beeinträchtigt. Das Kind kann sein Potential nicht vollständig ausschöpfen. Gerade die Aufmerksamkeitsstörung und Hyper-(Hypo-) Aktivität macht es dem Kind schwer oder unmöglich den Lernstoff aufzunehmen und zu behalten. Schwierig ist auch die Fertigstellung von Hefteinträgen und bereits das abheften von Arbeitsblättern kann zu einer für den "Hypie" herausfordernde Aufgabe werden.

Bei Elternbriefen die unterschrieben werden müssen, tauchen oft erst viel später oder gar nicht mehr auf – sie werden schlicht vergessen. Die Aufgaben gehen in der Reizüberflutung unter.

Beim Jugendlichen in Ausbildung und Erwachsenen im Beruf sieht selten besser aus. Die Anforderungen sind jedoch nicht zu hoch, sie können aufgrund der Störung nur nicht ausgeführt werden. Vergesslichkeit durch Konzentrationsmangel lässt auch die wichtigsten oder einfachsten Aufgaben vergessen. Dabei hilft auch das Aufschreiben der Aufgaben nur selten etwas – denn kleine Zettel verschwinden "sehr gern".

Strategien für den beruflichen Alltag muss sich jeder selbst zurechtlegen damit die Maßnahmen auf die individuelle Situation sinnvoll angewendet werden können.

Ein großes Problem ist in jedem Alter die Einfügung in Hierarchische Systeme, die in Deutschland überall anzutreffen sind. Ob Schule oder Betrieb – immer gibt es einen "Chef". Hier reichen geringfügige Streitigkeiten oder das Gefühl des ungerecht behandelten "Hypies" um ein Opfer seiner Impulsivität zu werden und den Arbeitsplatz durch lautstarkes deutlich machen der Situation zu riskieren. In der Schule bedeutet dies nicht selten den Schulausschluss – was zu neuen Negativ-Folgen führt.

Aus diesem insgesamt Negativ-Kreislauf sich als ADHS-behaftete Familie wider herauszuarbeiten erweist sich im Regelfall für nahezu unmöglich. Hilfe von Außen ist nötig um eingefahrenes und erlerntes Abwehrverhalten zu ändern. Bei der Hilfe, oder ernstgemeinten Freundschaftsangeboten kann beim ADHS-Patienten leicht der Verdacht entstehen, das sich die Person nur aus Mitgefühl oder anderen Gründen sich einem annimmt. Hier zu unterscheiden ist für den Patienten schwierig und bedarf somit viel Zeit und Verständnis. Das nicht jeder Mensch dem "Hypie" feindlich gesonnen ist, muss dieser nach ausschließlich Negativ-Erfahrungen mit viel Zeit erst lernen. Vertrauen spielt hier eine große Rolle, welches über die Zeit hin langsam und vorsichtig aufgebaut werden muss.


Die hier aufgeführten Folgen und Probleme sind nur ein Bruchteil des Ganzen.

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