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ADHS bei Erwachsenen

Erwartungen an den Arzt werden oft nicht erfüllt

Unter den erwachsenen ADHS-Patienten ist ein interessantes Phänomen zu beobachten. So erwarten die Patienten vom Arzt, dass er die ADHS-Erkrankung mittels Medikamenten oder Therapie einfach heilt. Doch so einfach wie sich die erwachsenen ADHSler sich das vorstellen ist es bei weitem nicht.

Obwohl die Erwachsenen oft selbst wahre Experten sind, wenn es um ADHS geht, so werden sie vor dem Arzt dann doch zum kleinen unfähigen Patienten, der mit überzogenen Forderungen an den Arzt herantritt.

Eine medikamentöse Therapie kann den Weg zum „Endziel“ ebnen, aber den Weg gehen, muss der Patient selbst – alleine! Und da kommt er nicht drum herum!

Eine Psychotherapie kann die Sichtweise ändern, aber die Änderungen muss der erwachsene ADHS-Patient selbst durchführen. Da helfen kein Gespräch und der bloße Wille zur Änderung.

Eine Verhaltenstherapie kann Wege aus dem „Chaos“ aufzeigen. Aber das Chaos strukturieren und in Ordnung bringen … das muss der erwachsene ADHS-Patient selbst.

Wie man es auch dreht und wendet: Der Patient selbst entscheidet über seinen zukünftigen Weg ganz alleine. Und dieser ist im Kern unabhängig davon ob er eine medikamentöse Therapie zur Unterstützung annimmt, oder eine andere Therapieform.

Der Erwachsene ist vollumfänglich für sich selbst verantwortlich. Da ist keine Mama und kein Papa mehr, die einem sagen können was richtig oder was falsch ist, was jetzt oder was später erledigt werden muss.

Erwachsene ADHSler führen sich oft auf wie kleine Kinder, die noch erzogen werden müssen und ihren Platz in der Welt suchen. Bei vielen trifft das auch zu. Aber es ist nicht schlimm – und schon gar nicht der Weltuntergang.

Wichtig ist allein, sich selbst nicht zu sehr zu bemitleiden, weil wieder mal etwas nicht geklappt hat. Und der Arzt trägt auch keine Schuld, wenn irgendetwas schief gelaufen ist. Man kann aus seinen Misserfolgen nur lernen.

Es ist eine Kunst, seine Misserfolge in einen echten Gewinn umzuwandeln. So etwas kann man nicht, so etwas muss man lernen.

Der erwachsene ADHS-Patient muss sich viel mit sich selbst beschäftigen, aber er darf seine Umwelt dabei nicht ausblenden.

Einfach ist es wahrlich nicht … aber unmöglich ist es auch nicht!

Am Ende entscheidet nicht der behandelnde Arzt oder der Therapeut über Erfolg und Misserfolg, sondern man entscheidet für sich selbst, welchen Weg man gehen will, und welchen nicht.

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