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ADHS = Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts (Hypoaktivitäts) - Syndrom

Kinderzimmer aufräumen

Aufräumen – das Dauerthema in jeder ADHS-Betroffenen Familie. Durch diesen Dauerbrenner sind schon viele Familien kaputt gegangen. Die Eltern wurden dadurch oft zum "Feind" des Kindes und nahmen ein echtes Feindbild im Kinde an. Doch auch hier gibt es Handlungsmöglichkeiten. Manche sind unpädagogisch – aber wirkungsvoll.


Der Aufräum-Tag

Eines der gängigsten Modelle ist der berühmte "Aufräum-Tag". Es handelt sich dabei um einen tag in der Woche, der Sonntag eignet sich dafür am besten, an dem nur aufräumen angesagt ist. Planen Sie am besten den ganzen Tag dafür ein, alles andere ist i.d.R. unrealistisch. Dieses Konzept klingt ganz einfach, doch wer ein „ADHS-Kind“ hat, der weiß das es sich dabei vielmehr um einen Kampf handelt als um ein einfaches Konzept. Deshalb einige Anmerkungen dazu.

Lassen Sie das Kind beim Aufräumen (auch im Jugendalter) nicht alleine aufräumen. Steht ein Kind vor seinem Zimmer, so wird es von seinem Chaos erschlagen und resigniert schon vor dem ersten Handschlag. Räumt man mit ihnen gemeinsam auf, ist es für das Kind leichter, des es sieht sich dem Haufen nicht völlig allein ausgesetzt. Zum anderen haben Sie die Möglichkeit das Zimmer zu inspizieren. Auch verschaffen Sie sich dadurch einen Überblick über den "Bestand" im Kinderzimmer. In aller Regel finden Eltern auch Sachen wieder, die sie schon vor langem abgeschrieben haben.

Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist es sinnvoll alles am Boden liegende und alle anderen Sachen die aufgeräumt werden müssen – inkl. Kleidungsstücke & Co. – in ein großes offenes Behältnis (z.B. Wäschekorb) zu befördern und dann Teil für Teil zu beseitigen. Auf diese Weise lernt das Kind sein eigenes Zimmer kennen, jede Woche neu. Regale zu nutzen muss ebenso wie das Laufen oder Radfahren gelernt werden.

Sie werden auch Sachen finden, die Sie nicht so toll finden. Dazu gehören u.a. vergammeltes Obst, Pausenbrote, volle Gläser und verschüttete Flüssigkeiten (max. eine Woche alt bei Anwendung dieser Taktik). Längst verschollene Fernbedienungen, und anderes technisches Gerät und „geflutete“ (sprich eingepiselte oder verkotete) Kleidung gehören auch dazu.

Haben Sie einen Sohn der geschlechtsreif ist, könnten Sie auch Taschentücher oder Unterhosen mit einer weißen vertrockneten Flüssigkeit finden. Im Jugendalter ist das allerdings normal wenn der "Knilch" Änderungen an seinem Körper vorfindet und sich – wie es für Kinder üblich ist – sich ausprobiert.

Diese Maßnahme greift immer.


Der blaue Müllsack

Wenn patu nicht aufgeräumt werden will, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Ihr Kind hat zu viele Sachen. Packen Sie alles, was nicht aufgeräumt ist in einen Müllsack (möglicherweise brauchen Sie auch mehrere) und lassen Sie diesen verschwinden – z.B. im Keller. Sammeln Sie alles ein und halten Sie es unter Verschluss. Die Sachen kommen erst wieder hoch, wenn ihr Kind bereit ist aufzuräumen.

Diese Maßnahme scheitert in aller Regel an der elterlichen Inkonsequenz. Wird jedoch durchgehalten, greift die Maßnahme spätestens nach 8 Wochen.

Die "Weniger ist mehr" – Taktik

Ist das Kinderzimmer ständig "dicht", so muss man sich überlegen, welche Sachen unbedingt gebraucht werden und was tatsächlich zu viel ist. Zu viel, damit sind Sachen gemeint wie z.B.:

  • Spielzeug, mit dem nicht mehr gespielt wird
  • Kleidungsstücke, die in die Schränke nicht passen
  • Etc.

Kurz: Alles was am Boden liegt und nicht aufgeräumt wird ist zu viel.

Diese Maßnahme greift immer.


Die Vorschläge werden nicht den Kern der heute angewandten Pädagogik treffen. Aber sie richten keinen Schaden an die Wirkung ist garantiert - und kostet nix ...... außer Nerven. Aber welches Kind kostet das nicht? Knackpunkt ist natürlich das ich vom Kind schlecht was verlangen kann, wenn ich es als Eltern selbst nicht schaffe ....... Vorbildfunktion!


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