|
ADHS = Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts (Hypoaktivitäts) - Syndrom
Sprachstörungen und ADHS
"Was immer man dem Kind sagt, es bleibt einfach nicht hängen". Sowas hören Lehrkräfte häufig von Eltern. Darum fordern sie, dass ihr Kind in der ersten Reihe ganz vorne beim Lehrer sitzen soll. Der Zweck dieser Maßnahme liegt auf der Hand: Das Kind soll vorne besser hören können was der Lehrer sagt.
Früher galten diese Kinder schlicht als dumm oder faul. Tatsache ist jedoch, das es sich hier oftmals um eine medizinisch feststellbare Ursache dreht, warum ein Kind oft nicht richtig zuhört.
Eine dieser Ursachen ist ADHS. Dabei ist das "richtige Zuhören" aber nur ein kleiner Hinweis auf ADHS. Es muss genau geprüft werden, woher die Probleme des "nicht zuhören könnens" kommen. Aus einer Hörverarbeitungsstörung allein lässt sich kein ADHS ableiten!
Was jedoch beobachtet werden kann, ist, das statistisch betrachtet viele ADHS-Kinder scheinbar nicht gut hören. Die Gründe dafür sind ganz eindeutig.
Kurze Aufmerksamkeitsspanne
Mangel an Konzentration (vor allem, wenn es für das ADHS-Kind langweilig oder anstrengend ist bei der Sache zu bleiben)
Und was hat das jetzt mit Sprachstörungen zu tun?
Im Prinzip entwickelt sich aus dem schlechten Zuhören heraus eine Verkettung von negativen Folgen:
- Wer schlecht hört, der spricht schlecht.
- Wer schlecht spricht, der schreibt schlecht.
- Wer schlecht schreibt, macht Fehler und hat keinen keinen Erfolg in der Schule
- Gut zuhören können ist also eine Voraussetzung dafür, das ein Kind sprechen lernt und diese Fähigkeit über die Kindheit hinweg immer weiter fortentwickelt.
Aber was kann man tun?
Es ist von Vorteil, wenn das Kind mit Hör- oder Sprachproblemen in der Klasse möglichst vorne sitzt.
Die Lehrer können Anweisungen an der Tafel schriftlich festhalten und so visuell deutlich machen (z.B. Hausaufgaben; Hefteinträge).
Das Kind kann gebeten werden, die Anweisung nochmal mit eigenen Worten zu wiederholen, was von ihm verlangt wird.
Achten Sie darauf, dass das Kind sie ansieht, wenn Sie mit ihm sprechen.
Ein geräuscharmer Hintergrund steigert die Konzentration und die Fähigkeit gesprochenes aufzunehmen und zu verarbeiten.
Wie bereits oben beschrieben, muss eine gute medizinische Beurteilung erfolgen. Neben dem Kinderarzt sollte auch ein Logopäde zurate gezogen werden. Bei entsprechenden Beobachtungen im Rechnen und der Rechtschreibung sollte geprüft werden, ob eine Teilleistungsschwäche vorliegt (Legasthenie; Diskalkulie).
Erfolgt keine oder eine unzureichende Behandlung, schlägt sich dies unmittelbar auf das Kind nieder. Es entstehen Versagensängste, niedriges Selbtbewusstsein, geringe Frustrationstoleranz bei Mißerfolg und ein auffälliges Sozialverhalten entwickelt sich.
|