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19.10.2011 Verschreibungen von Psychopharmaka steigen dramatisch an

Wie die Techniker Krankenkasse mitteilte, bekommen immer mehr Kinder und Jugendliche Psychopharmaka verschrieben. Darunter fallen auch Medikamente für ADHS-Patienten.

Im Jahr 2006 erhielten rund 20.000 Kinder Medikamente gegen das Zappelphilipp-Syndrom. Im Jahr 2010 waren es schon rund 29.000 Kinder – über 30% mehr!

Über die Ursachen dafür lässt sich nur spekulieren. Fakt ist jedoch, das bei einem solchen Boom die Summe der Falschdiagnosen ziemlich hoch sein kann.

Ursache für viele Falschdiagnosen ist die stetig schlechter werdende medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Häufig werden die Diagnosen schlampig oder ungenau durchgeführt. Das häusliche Umfeld wird oftmals vom Arzt gar nicht in Augenschein genommen. Denn die Ärzte haben heute einen großen Kostendruck und viel zu wenig Zeit, um sich mit jeden Einzelnen zu beschäftigen um das breite Ursachenspektrum für ADHS-ähnliche Verhaltensweisen zu überprüfen und eine sichere und korrekte Diagnose stellen zu können. Denn nicht alles was wie ADHS aussieht, ist auch wirklich ADHS.

In vielen Familien ist das Geld knapp. Immer öfter müssen beide Elternteile arbeiten gehen. Die Erziehung der Kinder leidet darunter in erheblichen Umfang. Verhaltensstörungen und „ungezogene“ Kinder sind die Folge. Hier ist kein ADHS im Spiel, sondern es braucht eine „fähige Hand“, welche die Kinder betreut und die Erziehungsarbeit der Eltern übernimmt.

Eine weitere Ursache besteht darin, dass Lehrkräfte und Pädagogen immer schlechter auf die Praxis vorbereitet werden, bzw. vorbereitet sind. Junge Lehrer sind überfordert und erleben oft einen „Praxisschock“ und die erfahrenen oder älteren Lehrkräfte nehmen ihren Beruf nicht mehr ernst. Ihnen sind die Kinder schlicht egal. Übrig bleibt oft nur die Forderung der Lehrkräfte, dass die Eltern ihrem Kind Medikamente verabreichen sollen, wenn es sich nicht „benehmen“ kann.

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